Chronik 1968 - 1979

Im Jahre 1964 ging durch Bensberg der scheinbar vorerst letzte Karnevalszug.

1967 und 1968 führten einige Leute, meist Jugendliche, karnevalistische Umzüge durch, die eher Protestmärschen glichen. Im selben Jahr setzten sich der damals 20-jährige Paul Falk und Norbert Söntgerath zusammen und beschlossen, für das Jahr 1969 einen Karnevalszug vorzubereiten. Für diese Idee konnten die beiden auch ihre Freunde Hans Vierkotten, Peter Klein und Willi Fritzen begeistern.

Ende des Jahres 1968 enstand so ein Organisationsausschuss, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, einen Karnevalszug für 1969 vorzubereiten. Auf Anfragen der Bergischen Landeszeitung, wer denn diese Leute seien, erklärte Paul Falk, Sprecher der Gruppe, es handele sich ausschließlich um junge Bensberger. Bereits am nächsten Tag war in der Zeitung zu lesen: „Die Karnevalsgesellschaft Junge Bensberger bereitet einen Karnevalszug in Bensberg vor!“, womit durch dieses „Missverständnis“ der Name „Junge Bensberger“ aufkam.

Man fing an Mitstreiter zu suchen. Es gelang ihnen auch Bürgermeister Dr. Müller-Frank für diese Idee zu begeistern. Mit der Unterstützung einiger Bensberger Geschäftsleute wurde eine „Festschrift“ mit anfänglich 500 Exemplaren erstellt und in der Innenstadt verteilt. Dank Dr. Müller-Frank konnte ein Zuschuss der Stadt von 300 DM für die Finanzierung des Zuges bewilligt werden.

1969, um 12 Uhr, startete ein Zug von immerhin sechs Festwagen und mehreren Fußgruppen mit dem Motto: „Bensberg faßt nun endlich Mut, alles unter einem Hut!“

Die Gruppierung „Junge Bensberger“ startete als Fußgruppe. Sie hatten sich große Pappuhren umgehangen, auf deren Zifferblättern das Motto „Bensberg erwache, es ist kurz vor zwölf!“ zu lesen war. Dahinter fuhr der Wagen des Gemüsehändlers Norbert Söntgerath, auf dessen Wagen sich ein riesiges Bett mit einer darin schlafenden großen Figur befand, die das schlafende Bensberg verkörpern sollte. Danach folgte eine weitere Fußgruppe der „Jungen Bensberger“ in rot-weißen Uniformen der früheren Stadtsoldaten. Diese Uniformen hatte der Prinz von 1955, Heinrich Kraus, den jungen Leuten zur Verfügung gestellt. Mit diesen Uniformen wurde unbewusst eine Entscheidung getroffen, die der jungen Karnevalsgesellschaft zu den Farben rot-weiss verhalf.

Ein großes Lob kam von der Presse, dass es den fast ausschließlich Jugendlichen gelungen war, nach langen Jahren einen Karnevalszug in Bensberg auf die Beine zu stellen. Große lobende Worte kamen auch von Bürgermeister Dr. Müller-Frank, sah er doch nun die Chance, den Bensberger Karneval aus seinem Dornröschenschlaf aufzuwecken. Unter seiner Regie wurde am 29. Dez. 1969 ein neuer Festausschuß, die „Interessengemeinschaft Bensberger Karneval“, gegründet. Der Anstoß, der von der „KG Junge Bensberger“ ausging, animierte auch zahlreiche andere ansässige Ortsvereine zum Mitmachen.

1970 startete der Karnevalszug am Sonntag um 11.00 Uhr mit dem Motto: „Nu ist vorbei die lahme Zick - mer trecke all an einem Strick“.

Die „KG Junge Bensberger Rot-Weiss von 1968“, wie sie sich nun offiziell nannte, gab sich nach Karneval, am 10. März 1970, eine Satzung. Die Mitglieder wählten Willi Fritzen zum 1. Vorsitzenden, Paul Falk zum Geschäftsführer und Hans Vierkotten zum Kassierer.

In der Session 1970/71 präsentierten die „Rot-Weissen“ im Saal des „Hotel Stadt Bensberg“ mehrere Tanzveranstaltungen und eine „Große Sitzung mit Damen“, geleitet von Adi Schmitz, dem Präsidentender Steinenbrücker KG „Lustige Brüder“.

Am 7. Februar 1971 wurde zum ersten mal eine Kindersitzung veranstaltet. Hier wurden das erste Bensberger Kinderprinzenpaar Prinz Hans I. (Hans Hachenberg) und Prinzessin Lydia (Lydia Meurer) proklamiert.

1972 findet am 14. Januar im neu fertig gestellten Rathaussaal die erste Sitzung unter Leitung von Adi Schmitz statt, gefolgt von der Kindersitzung und einer zweiten Sitzung, gestaltet als karnevalistischer Nachmittag.

Im selben Jahr änderte die junge Gesellschaft ihren Namen in: „Grosse Bensberger KG von 1968 rot-weiss“. Auf der Jahreshauptversammlung wird der Geschäftsführer Paul Falk zum ersten Präsidenten der GBK gewählt. Die GBK hat zu diesem Zeitpunkt schon 52 Mitglieder (23 aktive, 9 fördernde, 14 Senatoren und 6 Ehrenmitglieder).

Im Frühjahr 1972 gründet Paul Falk eine Tanzgruppe, die sich erstmals zum „Elften im Elften“ im Bensberger Rathaus-Innenhof sowie zum „Bunten Abend“ im „Hotel Stadt Bensberg“ vorstellte. Durch das große Veranstaltungsangebot und den großen Publikumsandrang wurde schon in der Session 1973 der Rathaussaal zu klein. Mit der Fertigstellung des Schulzentrums Saaler Mühle wurde am 1. Febr. 1974 die Prunksitzung mit über 1500 Besuchern durchgeführt.

Auf der Großen Prunksitzung 1975 wird zum erstenmal die junge Musikgruppe „Bläck Fööss“ aus Köln vorgestellt. In diesem Jahr nahmen die Grosse Bensberger zusätzlich zum Bensberger Zug auch am Rosenmontagszug in Duisburg teil.

Aufgrund der Initiative von Willi Fritzen und dessen zweijähriger Sammelaktion sowie großzügiger Spenden der Mitglieder konnte 1975 die neue Standarte der GBK vorgestellt werden.

1976 starteten die Grossen Bensberger ihre erste Auslandsfahrt in die englische Partnerstadt Egham. Während einer Parade durch die Straßen Eghams stellte man sich der begeisterten Bevölkerung vor. Am selben Abend fand eine Gala mit der befreundeten Egham-Band statt.

1977 präsentierte die GBK zwei weitere Veranstaltungen. Neben dem „Bunten Abend“ zum „Elften im Elften“, der Kindersitzung in der Aula, der Prunksitzung im Schulzentrum wurde am Karnevalssamstag ein Kostümball und nach dem Karnevalszug ein Närrisches Heerlager im Ratssaal veranstaltet. Mehr als 3000 Gäste besuchten in diesem Jahr die Veranstaltungen der GBK. Zu Pfingsten wurde ein alter Brauch aufgenommen: das Pfingstsingen. Erstmals zogen die Männer von „rot–weiss" am Pfingstsamstag mit dem traditionellem Pfingstlied von Haus zu Haus.

Für alle überraschend verstirbt am 25. Mai der Ehrenpräsident Adi Schmitz.

Im August startet man wieder zur großen Fahrt nach England. Neben Egham besuchte man auch Luton, die Partnerstadt von Bergisch Gladbach.

Am 11. November 1978 wurde die „Grosse Bensberger KG" 10 Jahre alt. Erstmals wurde auch der Kostümball in das Schulzentrum verlegt.