Karnevalsmuseum - Archiv für Brauchtumspflege -

Die Geschichte des bergischen Karnevals, insbesondere die des Bensberger Karnevals, ist im Archiv für Brauchtumspflege dokumentiert. Das Archiv befindet sich im historischen Engelbertturm des "Alten Schlosses zu Bensberg" (12. Jhd.), heute Teil des Bensberger Rathauses. Auf drei Etagen sind seit 1991 die Zeugnisse der mehr als 135jährigen Bensberger Karnevalstradition präsent. Mit der Einrichtung sollen Exponate und Wissenswertes über das rheinische Brauchtum rund um den Karneval einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Die Idee und Realisierung stammt von Paul Falk, zwischen 1972 und 2001 der Präsident der KG Grosse Bensberger. Von 1987 an hat er sich über mehrere Jahre hinweg und durch zahlreiche Eingaben an die Stadtverwaltung Bergisch Gladbach um die Nutzungsrechte für zwei leer stehende Räume im Engelbertturm des Bensberger Rathauses bemüht. Dank der Unterstützung der damaligen stellvertretenden Bürgermeisterin Helga Arp konnte am 4. September 1990 die Nutzungsvereinbarung unterzeichnet werden. Die KG Grosse Bensberger hat seitdem die Trägerschaft für das Archiv übernommen. Mit dem Archivar Willi Fritzen hat 1993 ein weiteres "Urgestein" der Grosse Bensberger die tragende Rolle im Turm mit Unterstützung des Orgateams der GB übernommen.

Sach- und Einzelspenden von Mitgliedern der Gesellschaft, so u.a. Paul Falk, Jochen Heuser, Peter Klein, Rosi Vierkotten und Gisela Schade, bildeten Grundstock für das Archiv. Der Großteil der Exponate stammt aus der Sammlung von Willi Fritzen, der in seiner jahrzehntelangen Brauchtumsforschung nicht nur zahlreiche Erinnerungsstücke zusammengetragen, sondern durch intensive Nachforschungen wertvolle Hintergrundinformationen und Wissenswertes über den Bensberger Karneval vor dem Vergessen gerettet hat.

Im Rahmen eines NRW-Förderprojektes sorgte 1991 einen Zuschuss von 15.000 DM für den Kauf des notwendigen Mobiliars, sodass pünktlich zum "Elften im Elften" 1991 die prächtig ausgestatteten Räume präsentiert werden konnten. Geld- und Sachspenden örtlicher Firmen haben später zum Ausbau der beiden Turmzimmer beigetragen.

Unter dem Motto „Karneval im Spiegel der kulturgeschichtlichen Entwicklung" werden die historischen Grundlagen, Entwicklungen und Formen fastnachtlichen Brauchtums vornehmlich im bergischen Raum anhand von Originalexponaten dargestellt:

  • Grundlagen und Brauchtraditionen
  • Stellung der Fastnachtsbräuche in der christlichen Sinnordnung
  • Eingriffe in fastnachtliches Volksleben
  • Comödienspiele, Maskenaufzüge, Sitzungen, Kostümbälle
  • Fastnacht unter dem Einfluß von Historismus und Medienvielfalt
Engelbertturm (vorne Mitte) mit Brauchtumsarchiv
Verschiedene Orden städtischer Karnevalsvereine

Exponate und Schwerpunkte der Sammlungsbestände

Blick in das Brauchtumsarchiv

Auf drei Etagen ist heute die Karnevalsgeschichte in Form von Fotos, Zeitungen, Liederheften und Exponaten präsent. Neben Karnevalssymbolen, wie Pokale, Präsidentenorden, -ketten und Zepter, Mitglieder- und Protokollbücher, Fahnen, Veranstaltungsplakate, Gästebücher und einer Sammlung von vielen Hunderten zum Teil sehr alter Karnevalsorden (der älteste ist der 1. Kölner Faschingsorden von 1883) zeigt das Archiv einer der beiden ältesten Präsidentenketten des Rheinisch­Bergischen Kreises. Zahlreiche Karnevalsuniformen, Kostüme und Brauchrequisiten, von Schaufensterpuppen zur Schau gestellt, zeigen Originalkleidung von einst und jetzt. Einen weiteren Schwerpunkt des Archivs ist eine Sammlung von Narrenkappen. Auf großen Zeittafeln wird die Entwicklung des Karnevals mit Fotos dokumentiert. Karnevalsschriften und Narrenbücher des 19. und 20.Jahrhunderts sowie ein umfangreiches Foto-, Video- und Diaarchiv runden die Sammlung ab.

Besichtigung

Alte Uniformen des Bensberger Karnevals

Das Karnevalsmuseum hat keine festen Öffnungszeiten. Besichtigungen sind nach Terminabsprache mit dem Archivar Willi Fritzen unter Absprache mit dem Vorstand der GB per Telefon +49-2204-71177 möglich.