Stadtführung Melatenfriedhof

Der Ausflug durch das „Vringsfeedel – Heimat der Traditionscorps“ unter der Führung von Stadtführer Michael Speier war ein voller Erfolg gewesen. Mit dem Ausflug 2014 auf den Melatenfriedhof wollten wir daran anschließen und eine Tradition manifestieren.

Auf Wunsch des Auditoriums orientierte sich die Tour an dem Motto „Letzte Selbstdarstellung berühmter Persönlichkeiten mit karnevalistischem Hintergrund“. Wer eine triste Friedhofs-Tour erwartet hatte, musste sich eines Besseren belehren lassen. Der beauftragte Wettergott ließ alles auffahren, um die präsentierten Details dramatisch und ins rechte Licht zu setzen. Dunkle Gewitterwolken im Hintergrund wurden farblich abgesetzt von den gelb-grünen Farbnuancen sonnenbeschienener Baumalleen. Dies wurde szenarisch geschickt unterbrochen von Platzregen, die wiederum Anlass für Regenbögen über den nassen Fußwegen waren. Mit ausreichendem Abstand von der akustisch prägnanten Aachener Straße nutzte der wortgewaltige Michael Speier die Untermalung durch Blitz und Donner geschickt in seine Vorträge einzubauen.

Obwohl der Ort schon seit dem Mittelalter als Siechenhof bekannt war ... die Malaten ... die Ausätzigen ... Leprosenheim ...

Erst mit Napoleon wurde ein Gesetz geschaffen, welches die Bestattung innerhalb von Ortschaften verbot. Ein Friedhof außerhalb der Stadt musste her. Das freigewordene Gelände des abgerissenen Leprosenheims eignete sich dafür.

Anfangs herrschte in der Bevölkerung große Skepsis. Ohne Straßenbahn oder Taxi war man zu Fuß aus Köln 1,5 Stunden unterwegs - und nicht etwa um die Ecke auf dem Kirchhof, um die begrabene Oma zu besuchen.

Warten auf den Wolkenbruch

Drei Möglichkeiten existieren um einen dauerhaften Wohnort auf dem Melatenfriedhof zu ergattern:

  • Du must Ehrenbürger der Stadt Köln sein
  • Dein Wohnort muss in der Kirchengemeinde liegen, zu dem der Melatenfriedhof gehört
  • Du must eine Patenschaft für ein denkmalgeschütztes Grab übernehmen

Die dritte Variante scheint machbar. Aber Achtung: Du brauchst auf Deinem Konto eine 5-stellige Summe zur freien Verfügung. Und Zugang erhälst Du erst nachdem die Mietdauer des Vorgängers abgelaufen ist. Insgesamt doch ein teures Vergnügen ...