Die Idee und Realisierung stammt von Paul Falk, dem ehemaligen Präsident der Grosse Bensberger,
die die Trägerschaft für das Archiv übernommen haben. Mit dem Archivar Willi Fritzen hat 1993 ein
weiteres "Urgestein" der Grosse Bensberger die tragende Rolle in der Brauchtumspflege übernommen.
Unter dem Motto
„Karneval im Spiegel der kulturgeschichtlichen Entwicklung"
werden die historischen Grundlagen, Entwicklungen und Formen fastnachtlichen Brauchtums vornehmlich im
bergischen Raum anhand von Originalexponaten dargestellt:
- Grundlagen und Brauchtraditionen
- Stellung der Fastnachtsbräuche in der christlichen Sinnordnung
- Eingriffe in fastnachtliches Volksleben
- Comödienspiele, Maskenaufzüge, Sitzungen, Kostümbälle
- Fastnacht unter dem Einfluß von Historismus und Medienvielfalt
Schwerpunkte der Sammlungsbestände
- Fahnen
- Uniformen, Kostüme und Brauchrequisiten
- Karnevalsorden
- Veranstaltungsplakate
- Karnevalsschriften und Narrenbücher des 19. und 20.Jahrhunderts
- Umfangreiches Foto-, Video- und Diaarchiv
Engelbertturm (vorne Mitte) mit Brauchtumsarchiv
Karnevalsmuseum und Archiv für Brauchtumspflege
Die Geschichte des bergischen Karnevals, insbesondere die des Bensberger Karnevals, ist im Archiv für
Brauchtumspflege im Engelbertturm des Bensberger Rathauses dokumentiert. An historischer Stätte - im
Engelbertturm (12. Jhd.) des Bensberger Rathauses - ist das Museum untergebracht. Träger des Museums ist
die der Grosse Bensberger KG rot weiss von 1968.
Mit der Einrichtung sollen Exponate und Wissenswertes über das rheinische Brauchtum rund um den Karneval
einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Besonders die Geschichte des Bensberger
Karnevals und das Brauchtum in den umliegenden Orten wird ausführlich dokumentiert.
Verschiedene Orden städtischer Karnevalsvereine
Geschichte
Das Archiv für Brauchtumspflege - auch Karnevalsmuseum genannt - geht auf eine Initiative von Paul Falk,
dem Präsidenten der Grossen Bensberger KG von 1972 bis 2001, zurück. Von 1987 an hat er sich über
mehrere Jahre hinweg und durch zahlreiche Eingaben an die Stadtverwaltung Bergisch Gladbach um die
Nutzungsrechte für zwei leer stehende Räume im Engelbertturm des Bensberger Rathauses bemüht. Dank der
Unterstützung der damaligen stellvertretenden Bürgermeisterin Helga Arp konnte am 4. September 1990 die
Nutzungsvereinbarung unterzeichnet werden.
Sach- und Einzelspenden von Mitgliedern der Gesellschaft, so u.a. Paul Falk, Jochen Heuser, Peter Klein,
Rosi Vierkotten und Gisela Schade, bildeten Grundstock für das Archiv. Der Großteil der Exponate stammt
aus der Sammlung von Willi Fritzen, der in seiner jahrzehntelangen Brauchtumsforschung nicht nur
zahlreiche Erinnerungsstücke zusammengetragen, sondern durch intensive Nachforschungen wertvolle
Hintergrundinformationen und Wissenswertes über den Bensberger Karneval vor dem Vergessen gerettet hat.
Im Rahmen eines NRW-Förderprojektes sorgte 1991 einen Zuschuss von 15.000 DM für den Kauf des
notwendigen Mobiliars, sodass pünktlich zum "Elfen im Elften" 1991 die prächtig ausgestatteten Räume
präsentiert werden konnten. Geld- und Sachspenden örtlicher Firmen haben später zum Ausbau der beiden
Turmzimmer beigetragen.
Blick in das Brauchtumsarchiv
Exponate
Auf drei Etagen ist heute die Karnevalsgeschichte in Form von Fotos, Zeitungen, Liederheften und
Exponaten präsent. Neben Karnevalssymbolen, wie Pokale, Präsidentenorden, -ketten und Zepter, Mitglieder-
und Protokollbücher, Fahnen, Gästebücher und einer Sammlung von vielen Hunderten zum Teil sehr alter
Karnevalsorden (der älteste ist der 1. Kölner Faschingsorden von 1883) zeigt das Archiv einer der beiden
ältesten Präsidentenketten des RheinischBergischen Kreises. Zahlreiche Karnevalsuniformen, von
Schaufensterpuppen zur Schau gestellt, zeigen Originalkleidung von einst und jetzt. Einen weiteren
Schwerpunkt des Archivs ist eine Sammlung von Narrenkappen. Auf großen Zeittafeln wird die Entwicklung
des Karnevals mit Fotos dokumentiert.
Alte Uniformen des Bensberger Karnevals
Besichtigung
Das Karnevalsmuseum hat keine festen Öffnungszeiten. Besichtigungen sind nach Terminabsprache mit dem
Archivar Willi Fritzen unter Telefon (02204) 71177 möglich.